Rowling strikes again

Der Ruf des Kuckucks

Der Ruf des Kuckucks

Originaltitel:
The Cuckoo’s Calling

Autor:
Robert Galbraith (Pseudonym von J.K. Rowling)

Erschienen:
30. November 2013
(Original: 18. April 2013)

Verlag:
Blanvalet

Inhalt:
Der Londoner Privatdetektiv Cormoran Strike ist am Ende. Seit seine Beziehung in die Brüche ging (er hat Schluss gemacht), haust er notgedrungen in seinem Büro, und mangels Aufträgen (abgesehen von ein, zwei eifersüchtigen Ehepaaren) steht er kurz vor der Pleite. Mit der engagierten jungen Robin Ellacott (klug, fleißig, ordentlich und frisch verlobt), die ihm von der Zeitarbeitsagentur als Aushilfe geschickt wird, weiß er daher überhaupt nichts anzufangen (außerdem hat er vergessen, den Vertrag mit der Agentur zu kündigen) bis ein neuer Klient mit einem spektakulären Fall vor seiner Tür auftaucht und Strike plötzlich jede Hilfe (und vor allem die ihre) gebrauchen kann. Der Tod des berühmten Models Lula Landry (frühere Bristow), die vor drei Monaten beim „Sturz“ von ihrem Balkon ums Leben kam, birgt einige Unklarheiten für den Bruder der Toten, denn dieser ist fest davon überzeugt, dass es kein Selbstmord war.
(Zudem soll die Nachbarin einen Streit mitangehört haben, bevor Lula „gesprungen“ ist)

Meinung:
Die Erwartungshaltung an eine Autorin wie Rowling ist natürlich groß, vor allem, nach einem Meisterwerk wie Harry Potter. Allerdings muss ich auch gestehen, dass meine Erwartungen an sie von „Einem plötzlichen Todesfall“ etwas gesenkt wurden. Man hat den krampfhaften Versuch, von Harry Potter wegzukommen, einfach zu sehr, auf zu vielen Seiten gespürt. Manch eine trockene Stelle, schiebe ich auch gerne auf die Übersetzung, da sie wirklich eine meiner präferierten Autorinnen ist. Daher habe ich mir ihren neusten Roman, zwar mit viel Neugier, aber auch mit etwas Vorsicht, auf englisch zu Gemüte geführt. Das Resümee ist eindeutig, es ist wieder mehr Rowling. Stilistisch ist der Roman einfach weitaus stimmiger, flüssiger und angenehmer zu lesen, als der plötzliche Todesfall.

Mit Cormoran Strike gelang es Rowling erneut eine absolut charakteristische Figur zu schaffen – auch wenn ich gestehen muss, dass ich beim ersten Lesen des Klappentextes doch etwas an „Sherlock Holmes“ denken musste. Klar, welcher Londoner Privatdetektiv ist sonst berühmt und berüchtigt? Aber es gelingt ihr meisterhaft, Strike zu einer einzigartigen Persönlichkeit zu formen.
Strike ist vielleicht nicht so brillant wie Holmes, aber er ist verdammt gut, auf seine ganz eigene, manchmal etwas verschrobene, Art und Weise.
Wie sie ihn, seinen Charakter, seine Denkweise und vor allem seine Gefühle beschreibt, ist wirklich besonders. Ein Kriegsveteran, der gerade den Schlussstrich unter eine langjährige Beziehung gesetzt hat, praktisch pleite ist und auf einer Campingliege in seinem Büro schläft. Es steckt einfach so viel Realismus und Menschlichkeit darin, dass man nicht anders kann, als mit ihm mitzufühlen.
Und diesen leichten, gesellschaftskritischen Hauch von ihr, spürt man in manchen Szenen sehr, was ihnen aber nicht schadet.

Durch ihre stimmige, harmonische Story überbrückt sie auch die weniger spannenden Teile einer Mordermittlung und überzeugt mit interessanten Charakteren, die man ins Herz schließt.
Die Spannung baut sie auf ihre ganz eigene und absolut typische Art auf – darum gleich von vornherein, das Ende ist der absolute Wahnsinn, im positivsten Sinne.
Ihr ist wirklich ein klassischer, englischer Kriminalroman gelungen, mit einem genialen Ende. Würde man das Buch nochmal lesen, würde man wohl viele Puzzleteile schon früher zusammensetzen und die Story auf ein Neues und aus einer anderen Sichtweise erleben.

Fazit:
The Cuckoo’s Calling ist absolut lesens- und empfehlenswert, für alle Rowling-, Potter- oder Krimifans.
An die Potterfans gerichtet, kann ich nur sagen, ihr Jüngster ist wieder mehr „Potter“, was absolut gut ist, denn sie hat ihren Stil erweitert und verbessert.
Und für die Krimifans unter euch: Wetten, dass ihr das Ende nicht kommen seht? 😀

✪ ✪ ✪ ✪ 
Bei einer Bewertung wäre das vier von fünf Sternen, da es ein guter und solider Auftakt ist, dem hier und da allerdings noch eine klitzekleine Kleinigkeit abgeht.

Bildquelle

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15 Gedanken zu “Rowling strikes again

    • ladysmartypants schreibt:

      Jaaaa, endlich 😉
      Bei den letzten 100 Seiten ist gestern die Zeit verflogen, aus „noch kurz ein bisschen lesen“ wurde Mitternacht, denn die sind so unbeschreiblich spannend 😀
      Sehr gerne – na dann bin ich schon gespannt, ob es dir zusagt ;D
      Bei mir geht’s jetzt mit dem Bildwächter von Monika Feth weiter 🙂

        • ladysmartypants schreibt:

          Kann ich nur absolut empfehlen 🙂
          Genau die – Sie beginnt mit dem Erdbeerpflücker und dann gibt’s inzwischen schon 5 Teile. Obwohl man ihren Stil auch mögen muss. Sie schreibt aus mehreren verschiedenen Blickpunkten – das macht es sehr vielschichtig und interessant 🙂

          • buchstabentraeume schreibt:

            Geschichten aus verschiedenen Blickwinkeln mag ich eigentlich immer ganz gerne. Ich behalte die Reihe mal im Auge. Ich glaube, es gibt sie sogar in meiner Bibliothek…

          • ladysmartypants schreibt:

            Wenn Krimi’s dann auch noch was für dich sind, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Reihe dir zusagt 🙂
            Wenn es sie gibt, lohnt sich ein ausleihen is reinstöbern auf jeden Fall mal 🙂

          • ladysmartypants schreibt:

            In meiner unendlichen Weisheit, ich grade draufgekommen, dass ich etwas vertauscht habe xD
            Auf dem Cover steht ja nicht dick und fett „Thriller“ drauf 😉
            Also vielleicht sind die ja mehr was für mich, falls auch nicht, lohnt sich eine Ausnahme sicher 🙂

  1. birtheslesezeit schreibt:

    Hallo, bin gerade bei meiner Stöbertour über Deinen interessanten Blog gestolpert und werde Dir gleich mal „folgen“ :-).
    Jetzt bin ich aber wirklich neugierig auf „Der Ruf des Kuckucks“ geworden…! Habe allerdings ihr letztes Buch noch auf dem SUB liegen.. ;-). LG

    • ladysmartypants schreibt:

      Hallöchen 🙂
      Vielen Dank, das freut mich wirklich sehr – man kann nie genug Feedback bekommen
      Na dann hab ich ja was Gutes erreicht 🙂
      Ich bin gespannt, wie du ihn findest, falls du ihn dir gönnst
      Liebe Grüße
      Smarty

  2. Janine2610 schreibt:

    Hallo Smarty! 🙂

    Ich bin Mitglied einer erst kürzlich gegründeten Seite ( https://bloggervernetzt.wordpress.com/about/ ), dort sammeln wir alle möglichen Rezensionen von den verschiedensten Buchblogs. Natürlich stehen wir noch ganz am Anfang, aber jeder hat ja mal klein begonnen.^^ Jedenfalls soll dieser Blog eines Tages ein ganz großes „Buchblog-Rezensionen-Netzwerk“ werden. Und jedem Blogger, der dazu beiträgt, sind wir sehr dankbar! 🙂 Deswegen jetzt meine Frage an dich: Darf ich deine Rezension hier zu „Der Ruf des Kuckucks“ dort verlinken? (Bzw. darf ich in Zukunft generell Rezensionen von dir dort verlinken?)

    Ganz herzliche Grüße ♥,
    Janine

    • ladysmartypants schreibt:

      Hallo 🙂
      Das klingt wirklich nach einer tollen Idee – vor allem da die Beiträge verschiedener Blogger nur verlinkt und nicht direkt gepostet werden 🙂
      Ihr dürft meine Rezensionen gerne verlinken, dann ich freu mich immer über neue Leser und mehr Leute, mit denen ich über Bücher plaudern kann 😀

      Liebe Grüße
      Smarty

      • Janine2610 schreibt:

        Vielen lieben Dank! ♥ Das freut mein Team und mich natürlich riesig! 😉
        Wenn du Lust hast, dann kannst du natürlich auch ein bisschen Werbung für den Rezensionspool machen. 😉
        Und wenn du magst, dann komm doch auch von Zeit zu Zeit bei uns vorbei und liefere Rezensionslinks auf der Blogseite „für Blogger“ ab…

        Alles Liebe ♥ und einen schönen Abend wünsche ich dir noch!
        Janine

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