Wieso?

Wenn die Kindheit den Träumen der Eltern zum Opfer fällt…

1389895361184-miss-500

Dieses süße Mädchen ist Sarah Lolliot, sie ist fünf Jahre alt und stolze Französin. Außerdem hat sie schon an den Mini-Miss-Wahlen teilgenommen. Ebenjene Misswahlen sollen in Frankreich künftig für unter 16-Jährige genehmigungspflichtig sein.

Ich möchte ihren Eltern auf keinen Fall unterstellen, dass sie Sarah dazu gezwungen haben, es hat ihr möglicherweise sogar selbst Spaß gemacht, aber im Vergleich zu mancher „Schönheitskönigin“ aus amerikanischen Kreisen, ist Sarah jedoch fast schon wieder alt. Und da fragt man sich schon, wie freiwillig die Kinder das wirklich machen und wie viele von ihnen keine Wahl haben.

Wenn man so versucht, sich an seine frühste Kindheit zurückzuerinnern, bei bestimmten Dingen wusste man meistens, was man will. Ob man sie dann auch bekommen hat, ist wieder eine ganz andere Frage. Doch irgendwie kommen einem Zweifel, ob all die kleinen Mädchen überhaupt nach ihren Wünschen gefragt werden.

Die ein oder andere Mutter will durch ihr kleines Mädchen ihre eigenen Kindheitsträume verwirklichen und übersieht dabei voll und ganz, dass das nicht ist, was ihre Tochter glücklich macht. Um ihre eigenen Träume wahr werden zu lassen, nehmen sie ihren Kindern die Kindheit. Denn was ist das für eine Kindheit, wenn man nicht spielen darf, immer nur perfekt aussehen, sich benehmen und artig sein muss? Wenn Schönheitskonkurrenzen den kompletten Alltag bestimmen?

Es müssen ja nicht einmal Miss-Wahlen sein, man findet ähnliche Szenarien auch bei Tanzwettbewerben oder anderen Veranstaltungen. Kinder, die seit ihrem dritten Lebensjahr tanzen. Die seit damals dreimal die Woche trainieren. Oder sogar noch öfter. Die jedes Wochenende an einem anderen Wettbewerb teilnehmen. Kinder, die eigentlich keine Kindheit haben.

Aus psychologischer Sicht gesehen fragt man sich wohl auch, wie diese Art von Alltag sich wohl auf die Entwicklung niederschlägt. Was, wenn das oberste Ziel immer nur gewinnen ist? Was, wenn es keine Freundschaft und nur Konkurrenz gibt? Was, wenn es nur Niederlagen und keine Siege oder nur Siege gibt? Erfolgsverwöhnt mit fünf oder schon ausgelaugt und niedergeschlagen mit sieben?

Wenn ein Kind von sich aus dieses Leben möchte, dann ziehe ich absolut meinen Hut davor. Doch ich habe es selbst erlebt, man bekommt die Einflussnahme der Eltern selbst gar nicht mit. Bis zu einem gewissen Punkt ist es sicherlich förderlich, sein Kind zu unterstützen oder ihm einen Schups in die „richtige“ Richtung zu geben – aber man kann sein Kind auch zu viel pushen. (Aber auch andersrum, zu wenig Fürsorge und zu wenig Strenge sind auch nicht gut)

Ich kann einfach nicht verstehen, wie man die Kindheit der eigenen Tochter opfern kann, nur um die eigenen Träume zu verwirklichen.

Was sagt ihr dazu?

Welche Meinung habt ihr zu solchen Mini-Miss-Wahlen?

 

 

 

 

Quelle

Advertisements

10 Gedanken zu “Wieso?

  1. buchstabentraeume schreibt:

    Aaahhh, ganz, ganz schlimm! Ich mein, bestimmt haben die kleinen Mädels Spaß daran, sich hübsch zu machen, sich mal so zu schminken, wie Mami es immer macht. Und die Kleider sind bestimmt auch gaaaanz großartig und es macht die Kleinen bestimmt stolz, so ein tolles Kleid zu tragen. Aber der Stress, das stundenlange Stillstehen, der Zwang. Nee, das kann doch nicht gut sein…

  2. Ninespo schreibt:

    Ich finde so was unendlich schrecklich. Ich habe früher geturnt und habe auch an Wettkämpfen teilgenommen, aber nur an den „normalen“. Für die Leistungsturnergruppe war ich (zum Glück) nicht gut genug. Eine Klassenkameradin war in der Gruppe. Sie war in der Schule sehr gut, teilweise dank des Zeitmanagements. Sie musste ihre Hausaufgaben machen, auf den Fahrten zum Turnen und den Wettkämpfen lernen, aber sie hatte Spaß daran. Ihr hat es Struktur im jetztigen Leben gebracht, aber da ist sie bestimmt eine der wenigen. Ich finde solche Schönheitswettbewerbe ganz schrecklich. Schon bei Erwachsenen. Diese reine Oberflächlichkeit…

    • ladysmartypants schreibt:

      Solange es den Kindern Spaß macht und die Kindheit sowie alles andere nicht hinten bleibt, spricht ja auch nichts dagegen. 🙂
      Wow, das ist dann wirklich bewundernswert, vor allem wenn sie das so gut hinbekommen hat.
      Ja, aber leider geht es in der heutigen Zeit bei viel zu vielen Dingen nur mehr um’s Aussehen…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s