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Man lernt nie aus…

… dennoch fragt man sich dann und wann, ob man Bestimmtes jemals wieder braucht.

Schüler: „Wozu im Leben brauche ich [gewünschten Lerninhalt einsetzten]?“
Lehrer: „Das braucht man [gewünschte unsinnige und unrealistische Aussage einsetzten*]!“

*Aussagen wie: „Zum Brücken Bauen“, „Zum Berechnen der Asymptoten“, et cetera

Solche Situationen kennt wohl jeder, egal ob Schüler, Student oder Berufstätiger, man muss sich immer wieder Dinge einprägen, deren Sinnhaftigkeit man von Beginn an sehr stark anzweifelt. Ein Zustand, der das geistige Verinnerlichen ebenjener Sache selbstverständlich unheimlich erleichtert. [not]

Es gibt viele Punkte in den Lehrplänen, die man im täglichen Leben einfach nicht braucht. Das wissen Schüler und Lehrer gleichermaßen, obwohl zweitere dies wohl abstreiten würden. Ich kann etwa mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass ich „gebrochen rationale Funktionen“ niemals in meinem Leben brauchen werde. Vielleicht wenn ich Mathematik studieren würde, was ich allerdings nicht mal im Traum vor habe.

Die Lerninhalte vieler Fächer tragen zweifellos zu einer profunden Allgemeinbildung bei, doch einige enorm wichtige Dinge werden einem in der Schule nicht beigebracht. (Oder nur in manchen Schulen)
Dinge, die das Finanz- und Abgabenwesen betreffen – Wann muss ich aus welchen Gründen Steuern zahlen und wie ist was zu versteuern? Was kann ich steuerlich absetzten? Wie fülle ich eine Steuererklärung korrekt aus?
Oder Kaufverträge betreffend – Garantie ja – nein? Beschädigte/Fehlerhafte Ware – was jetzt? Kaufvertrag – gültig oder nichtig? Worauf muss ich achten? An wen kann ich mich wenden?

Das Internet mag in solchen Dingen ein getreuer Freund und Helfer sein, allerdings bin ich der Ansicht, dass man solche Dinge schon auch in der Schule mitbekommen sollte. Denn wenn man nicht gerade eine Schule mit Betriebswirtschaftlichem Hintergrund – sprich eine Wirtschaftsschule – geht, steht man solche Dinge betreffend recht ratlos da. Solche Dinge zu wissen bringt einem im Leben mehr, als alle Primzahlen zwischen 0 und 500 aufzählen oder Die Nibelungensage korrekt rezitieren zu können. (Beides beeindruckend, keine Frage, aber eine Steuererklärung ausfüllen kann man damit trotzdem nicht)

Ich darf tagtäglich Erfahrungen aus erster Hand machen und bin darum kein wirklicher Fan unseres Bildungssystems. (jetzt primär auf das österreichische bezogen, wobei das Deutsche dem ja nicht gänzlich unähnlich ist)
Es ist wirklich wundervoll, dass es bei uns eine Pflichtschule gibt und somit Bildung frei zugänglich ist, aber was ist nach den Pflichtschuljahren? Denn da fängt es wieder an – nicht jede Familie kann es sich leisten, dem Kind eine weiterführende Schulausbildung zu ermöglichen oder gar ein Studium. Mal von denen abgesehen, die es sich schon leisten können, aber eigentlich nur nicht arbeiten wollen und darum einfach mal die Tage in der Schule versitzen. Tut mir leid, aber ich sehe einfach zu viele Intelligenzallergiker, die den ganzen Tag im Unterricht nur stören, mit Ach und Krach durchkommen, und bloß weil sie zu faul zum Arbeiten sind, einen Platz versitzen. Bildung wird uns im wahrsten Sinne des Wortes nach geworfen und viele wissen das einfach nicht mehr zu schätzen. Jedes Mal wenn ich jemanden, der seine Pflichtschuljahre abgeschlossen hat, sagen höre:“ Scheiß sinnlose Schule“ könnte ich wirklich durchdrehen. Wenn das seine Meinung von der Schule ist, dann soll er sich bitte einen Job suchen und einfach gehen, niemand zwingt ihn hier zu sein.

Man hat teilweise einfach verlernt, das Privileg, in die Schule gehen zu dürfen, entsprechend zu schätzen. (Ähnliches könnte man über das Wahlrecht sagen, wenn man sich die aktuelle Wahlbeteiligung anschaut)

Wie seht ihr das Ganze?
Was habt ihr Lernen „dürfen“, wobei ihr wusstet, dass ihr es nie wieder braucht?
Was sollte eurer Meinung nach unbedingt in der Schule vermittelt werden?
Und wie denkt ihr über das Schulsystem beziehungsweise über Schüler von heute?

Ich bin schon sehr auf eure Antworten und Ansichten gespannt 🙂

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Ein Kommentar zu „Man lernt nie aus…

  1. Hmm ich schätze, ich bin einer von den Dumpfbacken, die du im Text erwähnst. ^^ Ich hatte nach der 10. Klasse keine Lust mehr auf Schule, wusste aber nicht, was ich sonst machen soll, also halt weiter zur Schule… (wobei ich den Unterricht nicht gestört habe, ich fand… hmm finde Schule halt nur einfach doof…)
    Da man in der Oberstufe immerhin einige Fächer wählen kann, war es auch nicht mehr sooo schlimm, aber immer noch nervig genug. Vor allem in Mathe haben wir in der Tat nur Dinge durchgenommen, die niemand je wieder braucht, außer, er studiert später Mathe.
    Es wäre besser, Grundlagen in der Oberstufe zu Wiederholen. In meinem Kurs waren wir doch genügend Schüler, die keine Ahnung (mehr) von Prozentrechnung hatten (als Beispiel).
    Was ich aber interessant fand, was Psychologie. Das hatten wir zwar nicht als Fach, aber Kommunikationspsychologie im Deutsch LK und einige ähnliche Themen in Pädagogik.
    Jetzt bin ich in Ausbildung und ich hatte wirklich auf die Schule gehofft, aber nix da. Wir lernen fast nur Dinge, die man in der Realität nicht braucht, oder Rechnungen, die mittlerweile Computerprogramme übernehmen. Was es in der Tat anstrengend macht, sich dazu aufzuraffen, den Kram zu lernen… zumal uns jetzt niemand mehr sagen kann, dass wir das irgendwann mal brauchen werden – wir wissen, dass dem nicht so ist.

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