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Er ist wieder da


eristwiederdaEr ist wieder da

Originaltitel:
Er ist wieder da

Autor:
Timur Vermes

Erschienen:
21. September 2012
(Original: 21. September 2012)

Verlag:
Eichborn Verlag

Inhalt:
Frühjahr 2011. Adolf Hitler erwacht auf einem leeren Grundstück in Berlin-Mitte. Ohne Krieg, ohne Partei, ohne Eva. Im tiefsten Frieden, unter Tausenden von Ausländern und Angela Merkel. 66 Jahre nach seinem vermeintlichen Ende strandet der Gröfaz in der Gegenwart und startet gegen jegliche Wahrscheinlichkeit eine neue Karriere – im Fernsehen. Dieser Hitler ist keine Witzfigur und gerade deshalb erschreckend real. Und das Land, auf das er trifft, ist es auch: zynisch, hemmungslos erfolgsgeil und auch trotz Jahrzehnten deutscher Demokratie vollkommen chancenlos gegenüber dem Demagogen und der Sucht nach Quoten, Klicks und „Gefällt mir“-Buttons.

Meinung:
Eigentlich ein Horrorszenario. Der Schrecken von damals zurück in der heutigen Zeit. Da dies als unmöglich gilt, wird er zwar nicht hundertprozentig für voll genommen, trotz dessen schafft er es sehr weit und das in kürzester Zeit. Erschreckend ist vor allem, wie schnell Menschen bereit sind, auf den Zug aufzuspringen, solange nur genug Profit winkt.

Oder wie schnell er sein Umfeld dazu bringt, den Deutschen Gruß zu benutzen. Vermes zeichnet ihn so charismatisch, dass die meisten Menschen in seiner Umgebung auf gewisse Weise von ihm in den Bann gezogen werden. Möglicherweise sind die Leute einfach weniger vorsichtig, da sie ihn lediglich für einen Comedian halten.

Die Tatsache, dass er von der modernen Technik keinen Schimmer hat, sorgt für ein oder zwei unterhaltsame Momente. Mit seiner Analyse der Technik, schwingt jedoch viel Wahres und eine kräftige Gesellschaftskritik mit. Alles in allem ist die ganze Geschichte recht kritisch gegenüber der modernen Gesellschaft. Eine Satire in mancher Hinsicht, mit viel schwarzem Humor und Momenten, in denen man absolut sprachlos ist.

Der Schreibstil ist abwechslungsreich, spannend und sehr flüssig. Man braucht etwas, um sich an die Geschichte und an die Erzählweise zu gewöhnen. Ein Buch aus Hitlers Sicht hat man ja nicht jeden Tag. Der Spannungsaufbau geschieht eher im Hintergrund, da man nie wirklich weiß, wo einen die Geschichte hinführt. In sich ist sie sehr dynamisch und die Charaktere funktionieren sehr gut.

Fazit:
Eine interessante Erzählung, die nicht umsonst auf der Spiegel Bestseller Liste zu finden ist. Eine etwas andere Geschichte, mit teilweise faszinierenden Charakteren und einem Protagonisten, der einem, aufgrund der Geschichte, nicht so wirklich sympathisch ist. Genau das gibt dem Buch aber den richtigen Schliff.

✪ ✪ ✪ ✪ ✩
Bei einer Bewertung wäre das vier von fünf Sternen, für eine wirklich originelle und absolut erschreckend reale Geschichte, bei der einer das Lachen teilweise im Hals stecken bleibt. Vor allem wenn man bemerkt, dass einem der Protagonist doch irgendwie sympathisch geworden ist.
(Wohlgemerkt, dass hierbei lediglich der von Vermes skizzierte Charakter gemeint ist)

Bildquelle

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2 Kommentare zu „Er ist wieder da

  1. Ein kontroverses und markaberes Buch, amüsiert aber durchaus. Bin gespannt, ob Vermes seine Geschichte fortsetzt.

    Lg

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