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Klassiker

Wenn man so ein bisschen durch WordPress schmökert und seine Genres nach interessanten Blogs sucht, wird man doch meist überraschend schnell fündig.
Manchmal durch den ein oder anderen Umweg oder bloß durch Zufall, man findet auf jeden Fall etwas adäquates. In meinem Fall etwa Blogs über Literatur, Bücher und alles rund herum – ja, ich bekenne mich schuldig, ein Bücherwurm zu sein. Doch manchmal habe ich das Gefühl, dass diese Blogs immer mehr verschwinden und wir Bücherwürmer immer weniger werden. Wenn es den Blogs schon so ergeht, wie schlimm muss es dann erst um die alten Bücher selbst stehen?

Literarische Klassiker und warum sie heute nichts mehr wert sind

Wie Klassiker ihre Popularität einbüßten und peripher wurden

Großbritannien, ein Land, dessen Autoren die Literaturgeschichte maßgeblich prägen und das nicht erst seit Shakespeare. Vom altenglischen Epos „Beowulf“  über Literaturnobelpreisträger William Golding bis hin zu moderneren Bestsellerautoren wie J.K. Rowling. Die Einflüsse englischer Autoren sowie deren Erfolge in der Literatur sind nicht zu verkennen. Unter den Klassikern findet man viele britische Werke – doch was genau ist ein Klassiker? Konsultiert man den Duden, so findet man folgende Definition: „In [althergebrachter] mustergültiger Weise [ausgeführt], vollendet, zeitlos, in bestimmter Weise traditionell festgelegt und so als Maßstab geltend“. Und unterzieht man einige Klassiker sowie einige neuere Werke einer genauen Prüfung, so wird man die gleichen Muster finden. Nimmt man etwa Shakespeare, welcher so oder so eine Legende und der bedeutendste Dramatiker Englands ist, so wird seine Spuren auch in aktuellen Publikationen finden.

Dass viele dieser Namen in der heutigen Zeit kaum mehr bekannt sind, ebenso wenig wie die Werke, ist wohl auf die Lesefaulheit und teilweise auf das allgemeine literarische Desinteresse  der Menschen zurückzuführen. Man könnte die Ursache mit Sicherheit auch bei der Tatsache suchen, dass 15 Prozent der Österreicher nicht im Stande sind, sinnerfassend zu lesen*. Auch die Erziehung mag mit hinein spielen, denn es ist ja wesentlich einfacher, sein Kind einfach vor die Flimmerkiste zu setzten. Lesen ist heute einfach nicht mehr en vogue, ein Trend, dem zu folgen nicht ratsam erscheint. Darüber hinaus, weiß man den freien Zugang zu Bildung nicht mehr richtig zu schätzen. Denn sieht man sich vergleichsweise an, was ebenjene Autoren auf sich nehmen mussten, um auch nur ein Minimum an Bildung zu bekommen, so erscheint der heutige Zustand als ziemliche Farce.

In einer gesunden Allgemeinbildung dürfen wenigstens die Grundkenntnisse der literarischen Klassiker und ihrer Schöpfer nicht fehlen. Erweist man sich nicht als der Belesenste, so hat man wenigstens von ihnen gehört. Neben den britischen sind irische Schriftsteller, wie etwa Jonathan Swift oder Oscar Wilde, natürlich nicht zu vergessen. Schriftsteller wie J.K. Rowling oder J.R.R. Tolkien sind zwar äußerst erfolgreich und ihre Schöpfungen enorm populär, dennoch ist man sich uneins, ob sie und jüngerer Autoren ihre Werke schon zu den Klassikern zählen dürfen. Zu den jüngeren Vertretern der britischen Klassiker zählt zum Beispiel Agatha Christie.

Ob Klassiker ihren Weg aus der Peripherie finden, der Flimmerkiste wieder Konkurrenz machen und wieder ihre ursprüngliche Popularität gewinnen bleibt noch abzuwarten.

Wie steht ihr dazu? Habt ihr auch manchmal das Gefühl, dass Lesen immer mehr an Bedeutung verliert und andere Unterhaltungsmedien den Platz der Bücher einnehmen?

*Quelle

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4 Kommentare zu „Klassiker

  1. Hallöchen 🙂
    Du triffst den Nagel auf den Kopf. In der heutigen Zeit wird Lesen nicht mehr als „modern“ betrachtet. ich höre oft, dass das Lesen eines 600 Seiten Werkes doch sinnlos ist, weil es ja eh irgendwann verfilmt wird. Wo bleibt da der Reiz?
    Auch die Klassiker wie Shakespeare verschwinden. ich liebe den Sommernachtstraum von ihm und werde schief angeschaut, wenn ich ihn mal wieder lese oder wenn ich aus Goethes „Faust“ zitiere. (Ein Überbleibsel meiner Philosophie-Lehrerin) 😀
    Liebe Grüße
    Jule

  2. Huhu 🙂

    Wie sollen die Menschen heutzutage noch die Zeit zum Lesen finden, wenn der Großteil permanent mit dem Smartphone verwachsen ist? Das ist mein Eindruck. Fahre ich morgens mit der Bahn, mache ich mir manchmal den Spaß und schaue mich um, einfach um zu sehen, wer außer mir noch ein Buch (oder einen E-Reader) auf dem Schoß hat. Die Zahl ist meistens erschreckend gering. In einem Berliner U-Bahn-Waggon bin ich oftmals die einzige, die liest. Der Rest starrt auf ein Handy-Display. Manchmal linse ich bei meinem Sitznachbarn und was muss ich da sehen? Erwachsene, die Bubble Shoot o.ä. spielen. Ich finde das traurig.
    Mal ehrlich, wer nimmt sich schon noch die Zeit, sich mehrere Stunden lang einfach nur hinzusetzen und zu lesen? Wäre ich nicht in der BuchbloggerInnen-Szene aktiv, wäre ich garantiert überzeugt, die letzte Person auf dem Planeten zu sein, die ihre Zeit am liebsten mit Büchern verbringt.
    Natürlich spielt auch der Punkt, den Jule über mir erwähnt hat, eine Rolle. Wozu ein Buch lesen, wenn man auch auf den Film warten kann? Ich habe ja schon mal geschrieben, dass ich das besonders im YA Bereich äußerst bedenklich finde:

    https://wortmagieblog.wordpress.com/2014/06/04/04-06-2014-wie-kristen-stewart-eine-wunderbare-figur-ruinierte-ya-verfilmungen/

    Das gilt für alle anderen Bücher genauso. Hätte Leonardo DiCaprio nicht den Jay Gatsby gespielt, wäre diese einzigartige Geschichte von F. Scott Fitzgerald überhaupt noch bekannt?
    Gibt man bei Google Buchtitel ein, die bereits verfilmt wurden, wird meistens zuerst der Wikipedia-Artikel zum Film angezeigt. Das Buch steht meist erst an zweiter Stelle oder noch weiter unten. Das sagt alles aus.

    Ich muss mein Kommentar jetzt hier beenden. Sonst werde ich wirklich wütend und das möchte ich nicht bereits um 7 Uhr morgens. 😉

    Viele liebe Grüße und Danke für einen tollen Beitrag,
    Elli

  3. Dein Beitrag hat mich dazu verleitet mir mal mein eigenes Bücherregal durchzuschauen. Und ich muss gestehen, dass ich abgesehen von Jules Verne, Frances Hogdson Burnett, Michael Ende und CS Lewis keine Klassiker in meinem Regal stehen habe. Und selbst bei denen bin ich mir nicht sicher, ob man sie zu den Klassikern zählen darf.
    Liegt es daran, dass ich mich zu wenig für sie interessiere? Oder liegt es daran, dass ich mich zu wenig damit auseinander setze? Habe ich den Mut oder die Geduld mich mit einem dieser Klassiker, diesem mustergültigen, zeitlosen Buch auseinander zu setzen? Ist es vielleicht das, was die Menschen davon abhält einen Klassiker in die Hand zu nehmen? Die Angst, dass ihnen eben dieses Buch, das per Definition vollkommen und der Maßstab aller Dinge ist, nicht gefällt und sich ihnen die Frage aufdrängt, ob sie vielleicht nicht intelligent oder weltgewandt sind, um all die Zwischentöne und Hintergründe der Geschichte zu verstehen?
    Ich will jetzt nicht sagen, dass das der Grund ist, der mich davon abhält einen der Klassiker in die Hand zu nehmen, ich kann mir aber vorstellen, dass diese Fragen einem Leser durch den Kopf gehen könnten.
    Was die Leute und ihre Smartphones angeht, ich weiß nicht, wem man jetzt genau die Schuld geben kann. Ist es die Gesellschaft oder das einzelne Individuum? Wer hat Schuld daran, dass heutzutage niemand mehr lesen will? Kann man wirklich von Schuld sprechen?
    Gott, dein Beitrag hat bei mir auf jeden Fall sehr viele Fragen aufgeworfen. Viel zu viele Gedanken, als dass ich sie jetzt alle in diesen Kommentar quetschen will. Aber du hast es auf jeden Fall geschafft, dass ich mir überlege, ob ich mir nicht mal einen Klassiker zu Gemüte führen sollte. Wenn das dein Ziel war, hast du es erreicht. 🙂
    Liebe Grüße, m

  4. Ein schöner Post. Ich lese für mein Leben gern und bin meinen Eltern sehr dankbar, dass sie das so kultiviert haben. Aber ich finde es auch schade, dass zum Beispiel die Fruendin meines Bruders kaum Grimms Märchen kannte. Literatur gehört zu unserer Kultur wie vieles andere auch. Klassiker bilden die Entiwcklung der Gesellschaft gut ab, was für Themen wichtig aren, wie man gelebt hat etc. Deshalb sollte man sie nicht vergessen und weitergeben.

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